Elektrizität ist aus unserem modernen Leben nicht mehr wegzudenken, doch sie birgt bei unsachgemäßer Handhabung erhebliche Risiken. Elektrische Defekte gehören zu den häufigsten Ursachen für Wohnungsbrände und lebensgefährliche Unfälle im Haushalt. 

Oft sind es schleichende Prozesse wie alternde Isolierungen, überlastete Mehrfachsteckdosen oder veraltete Schutzeinrichtungen, die zur Gefahr werden. 

Ein proaktiver Umgang mit der Elektrotechnik im Haus schützt nicht nur Sachwerte, sondern vor allem das Leben der Bewohner. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie durch Aufmerksamkeit und fachgerechte Maßnahmen die größten elektrischen Risiken in Ihrer Immobilie effektiv minimieren können.

1. Überlastung von Stromkreisen konsequent vermeiden

Eines der größten Risiken in privaten Haushalten ist die Überlastung der elektrischen Leitungen. Wenn zu viele leistungsstarke Geräte wie Wasserkocher, Waschmaschinen und Heizlüfter gleichzeitig an einem einzigen Stromkreis betrieben werden, kann dies zur Überhitzung der Kabel führen. 

Besonders gefährlich ist das Hintereinanderschalten von Mehrfachsteckdosen, da die Kontaktstellen für solche Belastungen nicht ausgelegt sind. Achten Sie darauf, Großgeräte an fest installierte Wandsteckdosen anzuschließen. 

Eine gleichmäßige Verteilung der Last auf verschiedene Sicherungskreise verhindert Kabelbrände, die oft unbemerkt hinter Wänden oder in Verteilerdosen entstehen können.

2. Defekte Kabel und Stecker sofort austauschen

Beschädigte Isolierungen an Stromkabeln sind eine akute Gefahr für Mensch und Tier. Häufig werden Kabel durch scharfe Kanten, Quetschungen unter Möbeln oder schlicht durch Materialermüdung brüchig. 

Sobald Kupferdrähte sichtbar sind, besteht das Risiko eines Stromschlags oder eines Kurzschlusses. Es ist ein kritischer Fehler, solche Stellen lediglich mit Isolierband zu flicken. Defekte Zuleitungen sollten grundsätzlich durch Original-Ersatzteile ersetzt werden. 

Achten Sie zudem auf lockere Stecker oder verschmorte Stellen an Gehäusen, da diese auf schlechte Kontaktstellen hinweisen, die hohe Temperaturen entwickeln können.

3. Sicherheit durch eine fachgerechte Elektroinstallation im gesamten Gebäude

Das Fundament der elektrischen Sicherheit ist eine professionell ausgeführte elektroinstallation nach aktuellen Standards. Veraltete Anlagen in Bestandsimmobilien verfügen oft nicht über einen modernen Fehlerstrom-Schutzschalter (FI-Schalter), der bei Unfällen Leben rettet. 

Eine fachgerechte Elektroinstallation zeichnet sich durch eine klare Trennung der Stromkreise und eine korrekte Erdung aus. Wenn Sie Sanierungen planen, sollten Sie die gesamte Elektroinstallation von einem Innungsfachbetrieb prüfen lassen. 

Nur ein Experte kann sicherstellen, dass die verlegten Leitungsquerschnitte zur Absicherung passen und alle Komponenten den geltenden Sicherheitsvorschriften entsprechen.

4. Regelmäßige Elektroprüfung nach DGUV V3 für maximale Sicherheit

Obwohl die elektroprüfung nach dguv v3 primär im gewerblichen Bereich vorgeschrieben ist, liefert sie auch für private Immobilienbesitzer wichtige Anhaltspunkte für die Sicherheit. 

Bei einer solchen Elektroprüfung nach DGUV V3 werden alle ortsveränderlichen und ortsfesten Betriebsmittel auf ihre ordnungsgemäße Funktion und Sicherheit getestet. 

Dabei kommen spezielle Messgeräte zum Einsatz, die Fehlerströme und Widerstände sichtbar machen, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. 

Eine regelmäßige Inspektion nach diesem strengen Standard stellt sicher, dass Schutzleiterverbindungen intakt sind und die Abschaltbedingungen der Sicherungen im Fehlerfall zuverlässig eingehalten werden.

5. Vorsicht im Umgang mit Feuchtigkeit und Elektrizität

Wasser und Strom sind eine lebensgefährliche Kombination. Besonders in Badezimmern, Küchen und Außenbereichen müssen spezielle Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. 

Steckdosen in Feuchträumen sollten über Klappdeckel verfügen und zwingend durch einen FI-Schalter abgesichert sein. Benutzen Sie niemals elektrische Geräte wie Föhne oder Radios in unmittelbarer Nähe von gefüllten Badewannen oder Waschbecken. 

Auch im Außenbereich sollten nur Geräte und Kabel zum Einsatz kommen, die ausdrücklich für die Verwendung im Freien zertifiziert sind und über den entsprechenden Spritzwasserschutz verfügen, um Erdschlüsse bei Regen zu vermeiden.

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